subwaytosally

 Subway to Sally

 

 

Ohne Liebe

 

Ein Bursche war, den Sie gern sah

der gab ihr das Geleit

da war im Wald ein stiller Fleck

dort blieben sie zu zweit

sie lag und sah zum Sternenkreis

das Haar im feuchten Moos

der Bursche legte ungeschickt

die Hand in ihren Schoß

 

er hat sie berührt

ohne Liebe sie verführt

 

ein zweiter kam, der nahm sie mit

auf´s Linnen weiß und rein

in diesem Linnen, dachte sie

will ich begraben sein

er küßte ihre Haut mit Lust

und war erschrocken fast

wie sie, so jung, so fiebernd heiß

und zitternd ihn umfaßt

 

er hat sie berührt...

 

ein dritter und ein vierter kam

da tat´s schon nicht mehr weh

die Kälte kroch ganz langsam ihr

vom Scheitel in den Zeh

und als der fünfte von ihr ging

gefror sie ganz und gar

das Fieber kam nie mehr zurück

und grau wurde ihr Haar

 

er hat sie berührt...

 

Müde

 

Geboren, verloren, zum Sein auserkoren

nicht fragen nur tragen, nur gehn, nicht verstehn

gegangen, gefangen, am Ast aufgehangen

als lebloser Körper im Winde sich drehn

 

ich hab keinen Glauben, ich hab nur mein Lied:

ach ich bin von dieser Welt so müd

 

gefunden, verschwunden, es brennen die Wunden

vom Wandern zerschunden, am Flußufer stehn

in Wellen versunken, vom Wasser betrunken

von Steinen gehalten, am Grunde vergehn

 

ich hab keinen Glauben, ich hab nur mein Lied:

ach ich bin von dieser Welt so müd

 

gefunden, verschwunden, btrunken, versunken

gagangen, gefangen, geboren, verloren

 

ich hab keinen Glauben, ich hab nur mein Lied:

ach ich bin von dieser Welt so müd

 

Minne

 

Du bist reich, du bist schön

gestern hab ich dich gesehn

und nun sehn ich mich nach deinem süßen Munde

Augen sanft wie Mondenschein

Rosenblätter würd ich streun

Verse schenkt ich dir aus tiefstem Herzensgrunde

doch unerreichbar fern bist du auf ewig

frommer Wunsch wird es sein

der mir fuhr ins Herz hinein

und seitdem verfluch ich jede volle Stunde

 

ich bin arm, du bist reich

meine Hände sind nicht weich

denn die Welt ist alles andre als ein Garten

wo viel bunte Blumen blühn

Rosen, Veilchen und Jasmin

und so muß ich bis zum jüngsten Tage warten

Tränen brennen heiß in meinen Augen

ach was ist mit mir geschehn

seit mein Auge dich gesehn

alle Zeit verfluch ich jede volle Stunde

 

Krähenfrass

 

Einst ging spazieren ich allein

sah zwei Krähen heiser schrein

die eine krächzte: Freundin mein

wohin lädst du mich heute ein?

es liegt erschlagen ein Soldat

im Graben hinter Stacheldraht

 

sein Blut ist dem des Feindes gleich

ein Festmahl für das Krähenreich

es wird ein guter Abendfrass

ich krieg die Augen du die Nas´

dann teilen wir zum Fest den Rest

polstern mit seinem Haar das Nest

 

der Schädel knirschend spaltet sich

zwei Hälften Hirn für dich und mich

kein Galgen auf der weiten Welt

ernährt uns wie das weite Feld

getränkt vom Blut der Heldenbrust

der Krieg ist stets der Krähen Lust

 

wir reissen auf die Heldenbrust

der Tod ist stets der Krähen Lust

die blanken Knochen werden rein

noch lange uns erhalten sein

und künden leuchtend aus dem Dreck

von der Soldaten Sinn und Zweck

 

Es ist an der Zeit

 

Dort oben leuchten die Sterne
mit silberglänzendem Licht
die sehen aus als hätten sie mich gerne
ich glaube die sind nicht ganz dicht

die Nachtvögel dort in den Zweigen
sind schwarz wie der tiefste See
sie starren mich an und sie schweigen
als wären auch sie nicht ok

ich steh auf der untersten Stufe
der Weg nach oben ist weit
es hat keinen Sinn, doch ich rufe:
es ist an der Zeit

doch stehe ich hier nicht alleine
die Armee der Verlierer ist groß
wir stehn wie das Vieh auf der Weide

und warten auf das große Los
ich steh auf der untersten Stufe
der Weg nach oben ist weit
es hat keinen Sinn, doch ich rufe:
es ist an der Zeit

 

Die Hexe

 

Ein fliegendes Wesen von zarter Gestalt
erhob sich bei Vollmond hoch über dem Wald
die Nebel sind lachend vorbei gezogen
man hat sie gesehnt, es ist nicht gelogen

sie war schön wie der Tag doch jetzt ist es Nacht
man hat schon das Holt für das Feuer gebracht
die Kirche im Dorf hat die Türen weit auf
der Wirt gibt heut Wein für alle aus

man sagt, sie hätte auf der Folter gelacht
so schön wie der Tag doch jetzt ist es Nacht

wohlauf, holt den Wagen und bringt das Weib her
das Holz ist gestapelt und heiss ist der Teer
das Fest kann beginnen, holt Heu von den Tennen
und noch ein Fass Wein, dann soll sie verbrennen

Herr Pfarrer der sie getauft und getraut
er hat es bezeugt sie ist Satans Braut
sie sassen heut alle beim grossen Gericht
und sagten sie hätte das zweite Gesicht

sie hat uns behext und zum Narren gemacht
so hell wie der Tag brennt das Feuer heut Nacht

wohlauf, holt den Wagen und bringt das Weib her ...

jetzt fliegt nur noch Asche und kein Hexenbesen
wir schlagen ein Kreuz, denn jetzt ist sie tot
so schön wie der Tag ist sie mal gewesen
nun tanzen die Funken ins Morgenrot

tut kund und zu wissen, für alle zur Lehr
das Holz ist gestapelt und heiß ist der Teer
für alle die anders und sich nicht bekennen
zum rechten Herren, die sollen verbrennen
die sich nicht bekennen, die sollen verbrennen

 

Erdbeermund

 

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weissen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hats auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart
für mich so tief im Haar verwahrt ...
Ich such ihn schon die lange Nacht
im Wintertal im Aschengrund ...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut,
da hat der Schnee ein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei.
Und habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!
... ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

 

Grabrede

 

Wenn unsre Schädel eins ins Leere glotzen
sieht man uns nicht an
wer Sieger, wer Verlierer war
wer armer oder reicher Mann
was wir dann sind ist ungewiss
wahrscheinlich bleibt nur Finsternis

befrag den Teufel, frage deinen Gott ...

du kannst ein Kirchendiener sein
mit Chorgesang und Zölibat
als Papst die Welt bereisen gehn
mit Sekretär und eignem Staat
dass überm Himmel noch was sei
das ist Betrug, Hochstapelei

und schreiben sie dir auch goldene Letter auf Granit:
du nimmst nichts mit!

du kannst ein Börsenmakler sein
mit einem Konto in der Schweiz
du kannst ein Hausbesitzer sein
zerfressen fast von Geiz
ob du den Pfennig dreimal drehst
und auf der Strasse betteln gehst

du kannst ein Säufer sein, im Mantel eine Flasche Sprit:
du nimmst nichts mit!

Gaukler, Lehrer, Maurer, Schreiber
Mädchenhändler, Halsabschneider
Staatsanwälte, Totengräber
Freier, Huren, Arbeitgeber
Legionäre und Verräter
Biedermänner, Attentäter

Christ und Ketzer, Rastafari, Hindu und Schiit:
du nimmst nichts mit!

 

Kain

 

An jenem Morgen schwiegen die Vögel
als Kain seinen Bruder erschlug auf dem Feld
aus Neid und Begehren am Anfang der Zeiten
wurde er zum ersten Mörder der Welt

nach seiner Tat war Blut an dem Händen
nach seiner Tat war Blut auf dem Kleid
nach seiner Tat war Blut auf der Erde
aus der die Stimme des Bruders noch schreit

allein mit dem Toten
allein mit dem Zeichen der Tat
allein mit dem Toten
Haß und Verzweiflung, Gier und Verrat

nach seiner Tat war er gezeichnet
der Acker auf dem der Tote noch lag
trug keine Frucht, doch Kain war verurteilt
verurteilt zum Leben bis zum jüngsten Tag

allein mit dem Toten
allein mit dem Zeichen der Tat
allein mit dem Toten
Haß und Verzweiflung, Gier und Verrat

 

Sag dem Teufel

 

Sag dem Teufel guten Tag Du bist immer gut zu Tieren
deine Kleidung ist adrett
du bist artig, still und leise
und zu alten Damen nett

du bist einfühlsam und freundlich
hast nie einen Tag verschenkt
du läufst immer vor dem Karren
den ein andrer für dich lenkt

zeig mir deine dunkle Seite
die ist, was ich an dir mag

sag dem Teufel in dir guten Tag
hinterm Haus im wilden Garten
unterm alten Eichenbaum
wo die Disteln auf dich warten
hast du manchmal einen Traum:

dann bist du nicht gut zu Tieren
bist nicht sauber und adrett
bist nicht artig, still und leise
und zu keinem Menschen nett

zeig mir deine schwarze Seele
die ist, was ich an dir mag

sag dem Teufel in dir guten Tag

 

Maria

 

Ein Nebel schleicht vom Sumpf herauf
auch er will heute Nacht
wie ich bei dir zuhause sein
er hat das Bett gemacht
das bleiche Tuch ist naß und kalt
wir liegen tief im Tau
ich sterb ein Stück in deinem Arm
bis tief ins Morgengrau

Maria komm her
diese Stunde wiegt zweitausend Jahre schwer

ich spür dein Blut wie´s heiß und laut
in deinen Adern rinnt
wir küssen uns die Lippen wund
verloren wie wir sind
dein schwarzes Haar es legt sich mir
wie Efeu um den Hals
ich trinke wie im Fieber
von deiner Haut das Salz

Maria komm her
diese Stunde wiegt zweitausend Jahre schwer

 

Kleid aus Rosen

 

Ein gutes Mädchen lief einst fort,
verliess der Kindheit schönen Ort;
verliess die Eltern und sogar
den Mann, dem sie versprochen war.
Vor einer Haus da blieb sie stehn,
darinnen war ein Mann zu sehn
der Bilder stach in nackte Haut,
da rief das gute Mädchen laut:

Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weisses Kleid,
stech die Blumen in den blossen
unberührten Mädchenleib.

„Diese Rosen kosten Blut“,
sprach der Meister sanft und gut,
„enden früh dein junges Leben,
will dir lieber keine geben.“
Doch das Mädchen war vernarrt,
hat auf Knien ausgeharrt
bis er nicht mehr widerstand
und die Nadeln nahm zur Hand.

Meister, Meister gib mir Rosen ...

Und aus seinen tiefen Stichen
wuchsen Blätter, wuchsen Blüten,
wuchsen unbekannte Schmerzen
in dem jungen Mädchenherzen.
Später hat man sie gesehn,
einsam an den Wassern stehn.
Niemals hat man je erfahr´n,
welchen Preis der Meister nahm.

Meister, Meister gib mir Rosen ...

 

Die Schlacht

 

Manchmal muss man, um zu siegen,
alle Wälle überrennen;
alle Mauern muss man schleifen,
alle Türme niederbrennen.

Manchmal muss man, um zu siegen,
alle Gräben überspringen;
alle Tore müssen splittern,
Wächter muss man niederringen.

Schau die Feuer, hör die Trommeln
und ergib dich diese Nacht;
schau die Feuer, hör die Trommeln.

Manchmal muss man, um zu siegen
keusche Unschuldsmiene zeigen;
sich in wahrer Demut üben,
schüchtern sein und ganz bescheiden.

Manchmal muss man, um zu siegen
Freunde morden und verraten;
man muss lügen und betrügen
man muss sähen böse Saaten.

Schau die Feuer, hör die Trommeln
und ergib dich diese Nacht;
schau die Feuer, hör die Trommeln,
ich gewinne diese Schlacht.

Manchmal muss man, um zu siegen,
erst sich selbst im Kampf bezwingen;
seine Schwächen überwinden,
jeden Zweifel niederringen.

Schau die Feuer, hör die Trommeln ...

 

Veitstanz

 

Ängstlich vor dir Weite suchen,
dich nicht findend dabei fluchen;
springen, tanzen und mich drehen,
nur noch grelle Farben sehen;
immer neu den Drachen schicken,
meine Haut mit Dornen spicken,
um das Haus im Veitstanz springen,
vor dem Feuer mit dir ringen.

Alles dreht sich um mich her,
die Welt versinkt im Farbenmeer -
wenn ich tanze,
mit dir tanze.

Geil auf dich die Zweifel töten,
in dem Schattenkreis erröten,
wenn ich nackt, wie ich geboren,
halb gefunden, halb verloren,
halb gezogen, halb gesunken,
halb verdurstet, halb betrunken
mitternächtlich bei dir liege,
töricht mich um dich betrüge.

Alles dreht sich um mich her,
die Welt versinkt im Farbenmeer -
wenn ich tanze,
mit dir tanze.

In meinem Kopf sind Spiegelscherben,
taumelnd stürz‘ ich ins Verderben.
Zwischen Tod und ewig leben
muss es etwas drittes geben.

Alles dreht sich um mich her ...

 

Wenn Engel hassen

 

Als er aufstand an dem Morgen der sein letzter war,
schien die Sonne und die Vögel kreischten laut.
Eine Woge von Verlangen stürzte über ihn
und klebriger Tau bedeckte die Haut.

Durch den aderblauen Himmel ging ein breiter Riß,
dunkle Wasser brachen über ihn herein.
Eine unbekannte Macht erhob sich tief in ihm,
und mit einem Mal war ihm alles klar,
dass nichts mehr so wie gestern war.

Wenn Engel hassen
stürzen sie wie Steine aus dem Himmelszelt;
wenn Engel hassen
fliegen sie als dunkle Vögel in die Welt;
wenn Engel hassen
landen sie als schwarzer Schatten der uns quält
und nehmen Rache
an den Menschen, die gefallen sind wie sie.

Als er aufbrach ließ er alles hinter sich zurück,
seine Schritte waren federleicht und frei.
Unterm Mantel trug er einen kalten schwarzen Stahl,
er lächelte leis und summte dabei.

Seine Hand gab sieben Menschen einen schnellen Tod,
bis ihn selber eine Kugel niederwarf.
Wer ihn kannte sagte, dass es seltsam war,
denn glücklicher hat man ihn nie gesehn.
Der Glanz eines Engels war auf ihm zu sehn.

Wenn Engel hassen ...

 

Traum vom Tod

 

Traum
Traum aus der Nacht
Traum aus der Nacht vor dem Tod
Traum aus der Nacht vor dem Tod einer Welt
einer Welt aus Angst vor dem Traum

Angst
Angst vor dem Traum
Angst einer Welt vor dem Traum
Angst einer Welt vor dem Traum vom Tod
vor dem Traum vom Tod aus der Nacht

Say that you`ll never try
even when the time has come
Say that you`ll never lie
even when the time has come
Say that you`ll never cry
even when the time has come
Say that you`ll never die
even when the time has come

 

Kleine Schwester

 

Woher kommst du, kleine Schwester,
mit der Last auf deinen Schultern,
mit so angestrengtem Lachen,
in den Augen so viel Grau?

Woher kommst du, kleine Schwester,
mit so dünnen kalten Fingern
und dem Zittern in der Stimme,
wie bei einer alten Frau?

Komm zu mir ins Licht kleine Schwester.
Ich bringe dich ins Licht kleine Schwester.
Komm her zu mir ins Licht. Es verbrennt dich nicht.

Was verbirgst du, kleine Schwester?
Niemand hört die stummen Schreie.
Niemand sieht dich leise weinen.
Du hast keine Tränen mehr.

Was verbirgst du, kleine Schwester?
Welches Werkzeug riss die Wunden?
Was ist in dich eingedrungen?
Du bist so hilflos, still und leer?

Komm zu mir ins Licht kleine Schwester ...

Wohin gehst du, kleine Schwester?
Wonach hungert deine Seele?
Nach Vergessen oder Rache?
Nach Vergeltung ohne Plan?

Komm zu mir ins Licht kleine Schwester ...

 

 

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